Agni Yoga Society, Inc. | Unbegrenztheit I | Vollstaendiger Text Online

Zeichen des Agni Yoga

Unbegrenztheit

Buch Eins

1930


     Uns Agni Yoga nähernd, streben wir unentwegt in die Unbegrenztheit. Das alles durchdringende Element führt zu den fernen Welten. Es ist unmöglich, die unbegrenzte Größe in einem Buch zum Ausdruck zu bringen. Wir müssen zuerst die Erkenntnis der Unbegrenztheit bilden. Gleich wie Streben den Raum besiegt, so führt Bewusstsein in die Unbegrenztheit.
     Weder Schrecken noch Verwirrung, sondern Erbeben ergreift den, der die Wohnstätte des Lichts betritt. So lasst uns ohne Aufschub und ohne Rückzug der Stimme der Morgenrote lauschen - lasst uns der Schwelle der Umgestaltung zustreben.
     Der Schlüssel zu den nächsten Toren kann empfangen werden, doch zuvor muss sich der Geist in der Erkenntnis der Größe der Unbegrenztheit festigen.
     Wir geben das Buch Unbegrenztheit.
     Ist es von Wert, von Unbegrenztheit zu sprechen, wenn sie unerreichbar ist? Doch sie besteht; und alles Große, wenn auch unsichtbar, zwingt uns, über die Wege dahin nachzudenken. So lasst auch uns jetzt über die Wege zur Unbegrenztheit nachdenken; denn sie besteht, und wird sie nicht erkannt, erscheint sie fürchterlich. Aber selbst im irdischen Leben kann man sich nähern und den Geist zur Annahme des Unergründlichen stählen.
     Vieles bleibt uns unbekannt, doch wir überwinden unsere Unwissenheit. Selbst wenn wir die Bedeutung der Unbegrenztheit nicht verstehen, so vermögen wir sie als etwas Unvermeidbares zu erkennen, weswegen sie unsere besondere Aufmerksamkeit verdient. Wie anders vermöchten wir unser Denken und Tun angemessen zu stählen. Wahrlich, im Vergleich mit der Unbegrenztheit erkennen wir das Ausmaß unserer Nöte und Siege.
     Daher sollte gerade jetzt in vielen Ländern das Denkniveau stabilisiert werden, da die Mahnung an die Unbegrenztheit besonders wichtig ist, wenn Argumente für Unwahrheiten Platz greifen.
     So wollen wir das Leuchten der Strahlen der Unbegrenztheit darbieten, wohin nicht nur der Geist, sondern selbst Steine getragen werden, als ob sich höchste Schöpfung mit gröbster Materie verbände; doch im Wirbelwind der Ewigkeit sind sowohl der Stein als auch der Geist unwägbar, werden sie doch vom selben Magneten angezogen. Auch die Vorstellung des Magneten steigert die Anziehung, sie im Brennpunkt verstärkter Ströme sammelnd. Dieselben Wirbel besiegen den Raum, und ihr wisst nicht, aus welchen Sphären das unteilbare Elektron - der Kernpunk von Tamas und Teros1 - euch erreicht.
     Denkt nach, in welchem Ausmaß ihr Meine Sprache versteht und gebt sie in eurer Sprache wieder! Gleicherweise versteht eure gegenseitigen Gefühle und äußert sie in der Sprache eures Herzens. Diese Sprache des Verstehens und des Mitgefühls wird die ersten Tore zur Unbegrenztheit erschließen.

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